Fraunhofer Institut für Software und Systemtechnik (ISST)

Das Fraunhofer Institut für Software und Systemtechnik (ISST) entwickelt Standards, Architekturen und Konzepte, die den Aufbau langfristig stabiler komplexer Systeme in der Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglichen, und berät Anwender in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung, die langlebige, evolutionsfähige Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen und maßgeschneiderte Software- und Systemkonzepte benötigen.

Die 160 wissenschaftlichen Mitarbeiter des Institutes führen Auftragsforschung für die Industrie und die öffentliche Verwaltung durch, sowie darüber hinaus gemeinsame Forschung mit Industriekonzernen und internationalen Forschungsinstitutionen. Die große Bandbreite an angebotenen Dienstleistungen reicht von klassischen Innovationsberatungen über die Erstellung von Expertenberichten bis hin zu strategischen Kooperationen zum Zweck der Prototypenentwicklung.

Seit 2000 ist Informationslogistik ein zentraler Forschungsbereich gewesen, wobei man sich mit Konzepten und Technologien für eine bedarfsgerechte Informationsversorgung beschäftigt. Das Ziel ist nicht, jede Information für jeden verfügbar zu machen, sondern vielmehr die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort zu bringen. Der Markt für Informationslogistik wird sich in einer Welt mit einer steigenden Informationsflut schnell entwickeln. Das Angebot von Applikationen ist vielfältig: personalisierte Distribution, Auswertung und Vorbereitung von Informationen, maßgeschneiderte Informationsleistungen für Kunden und Angestellte, Informationsketten, die sich über mehrere Orte ausdehnen, und vieles mehr.

Die SITUMET Forschung wird hauptsächlich von der Abteilung Location-based Services durchgeführt. Diese Abteilung ist auf die Entwicklung situationsspezifischer Dienste im Umfeld von mobilen Geräten und Informationssystemen spezialisiert. Das Ziel ist es, die Situation, in der ein Anwender sich zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet, systematisch zu erfassen, um ihm genau die Informationen liefern zu können, die er zu diesem Zeitpunkt benötigt. Die Modellierung der Situationen erfolgt anwendungsspezifisch und auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen. Häufig lassen sich Situationen dabei nur mehrdimensional beschreiben, in dem Sinne, dass erst eine Vielzahl verschiedenartiger Parameter zu einem vollständigen Modell der Situation führt. Die erfassten Daten enthalten dabei sehr viel mehr Informationen als den bloßen Kontext, der üblicherweise von kontextbasierten Anwendungen ausgewertet wird.

Das Fraunhofer ISST ist auf angewandte Forschung fokussiert und ist daher bestrebt, seine Forschungsergebnisse in kommerziell erfolgreiche Anwendungen zu transferieren. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist das Unwetterwarnsystem WIND mit inzwischen über 350.000 Nutzern. Im Rahmen der internationalen und nationalen Forschungsprojekte FLAME, COMPASS und TRANSIT entwickelte und testete das Fraunhofer ISST Plattformen, die eine ortsbasierte Informationslogistik bei Großereignissen (z. B. Sportveranstaltungen) ermöglichen. Die Integration von Sensor- und Auslösernetzwerken in informationslogistische Systeme wird zusammen mit den erforderlichen Prozessen in den Projekten SmarterWohnen und SAFE untersucht.

Kontakt:

Fraunhofer ISST
Prof. Agnès Voisard
Mollstrasse 1
D-10178 Berlin
Email: Michael.Klafft@isst.fraunhofer.de
Telefon: +49-30-24306-0
Web: www.isst.fhg.de